Photodynamische Therapie bei Gallengangskarzinomen

Photodynamische Therapie zerstört Tumorzellen mit Laserlicht


Gallenblasenkrebs ist die bösartige Erkrankung des Epithelgewebes der Gallenblase. Zwei Drittel aller Patientinnen und Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose 70 Jahre oder älter. Ähnlich wie bei Leber­krebs steigt das Erkran­kungs­risiko mit zu­neh­men­dem Lebens­alter konti­nu­ierlich an. Es gibt keine aussagekräftige Diagnose zu möglichen Risikofaktoren, aber ein Zusammenhang mit der Entstehung von Gallensteinen wird angenommen.


Ein Gallengangstumor verursacht im Anfangsstadium keinerlei Schmerzen oder Beschwerden und so sind sind die Heilungschancen mit herkömmlichen Therapien nur sehr begrenzt; bei dieser Erkrankung fehlen eindeutige Risikomarker. Wird das Cholangiokarzinom, der bösartige Tumor im Gallengang, endlich entdeckt, sind die segmentalen, intrahepatischen Gallenwege oder die Arterienäste beider Leberlappen oftmals bereits tumorinfiltriert. Eine Operation ist in diesem Stadium nicht mehr möglich, viele Patientinnen und Patienten sind zu geschwächt um eine Chemotherapie zu überstehen.


Um so wichtiger ist es, neue Therapiestrategien wie die photodynamische Therapie zu etablieren. Die Photodynamische Therapie (kurz PDT) stellt eine effektive und schonende Alternative zu eingreifenden operativen Eingriffen dar.


Seit 2018 ist PDT in Deutschland offiziell für die Behandlung Cholangiokarzinome zugelassen. Erste Studien der Universitäten Heidelberg und Freiburg und zahlreiche Patientenberichte klingen vielversprechend.


Der Einsatz von PDT steht einer Operation hinsichtlich der Effektivität und Heilungserfolgen in nichts nach, ein Vorteil der schonenden Laserbehandlung, die Belastungen von Narkose und Operation, sowie anschließende Narben können ausgeschlossen werden.

Die Photodynamische Therapie (PDT) hat sich bei Krebsformen wie Hautkrebs, Blasen-, Lungen- und eben auch Gallengangskarzinomen bewährt. Auch bei Brustkrebs und Gehirntumoren sind Behandlungserfolge bekannt. Und ganz aktuell wird and er Universität Heidelberg an der Klinik für Prostata-Therapie das Verfahren erstmals mit einer besonderen, in Heidelberg auf dem Unicampus hergestellten photoaktiven Substanz, dem Chlorin E6, auch für Prostatakrebs eingesetzt.


Durchführung der PDT bei einem Gallengangskarzinomen


Zu Beginn der photodynamischen Therapie, der aktuell modernsten und schonendsten Behandlung bei Gallengangskarzinomen, wird dem Patienten zunächst ein sogenannter Photosensitizer über die Vene appliziert. Die Substanz an sich ist wirkungslos, lässt die Zellen im Körper jedoch extrem lichtempfindlich werden und dient dazu, die Tumorzellen optisch zu markieren. Erst die Bestrahlung durch Laserlicht in geeigneter Wellenlänge aktiviert die Wirksamkeit der lichtempfindlich machenden Substanz. Da ins Innere des Körpers kein Licht dringt, werden die kranken Zellen mittels PDT zielgenau im Gallengang mit Laserlicht in niedriger Wellenlänge bestrahlt.


Das Laserlicht wird durch einen speziellen Lichtleiter an die zu behandelnden Stellen geführt und so fokussiert, dass nur die Tumorzellen belichtet werden. Das Wirkprinzip beruht auf photochemischen Prozessen, die bei der PDT in Gang gesetzt werden und den Tumor gezielt schädigen. Wie bei einem Sonnenbrand zerstört das Licht das kranke Gewebe. Die Tumorzellen verbrennen und sterben ab.


Gesundes Gewebe wird - anders als bei einer herkömmlichen Bestrahlung - nicht zerstört. Die PDT wirkt vorwiegend auf Tumorzellen; die Gallengangswände bleiben intakt. Sogar verschlossene Gallengänge können mit der PDT wieder durchgängig werden.


Risiken der PDT

PDT gilt aus ausgesprochen schmerz- und risikoarm. In einigen Fällen kommt es nach der Behandlung im Bereich der bestrahlten Hautbezirke zu einer flächigen Rötung und Hautreizungen, die nach wenigen Tagen wieder abklingen. Eine leichte Schwellung der Haut ist ebenfalls möglich.

Nachbehandlung der PDT

Nach der Behandlung sollte Sonnenlicht gemieden werden, die Hautzellen sind für einige Wochen sehr lichtempfindlich. Die betroffene Stellen sollten gekühlt und evt. mit einem antibiotisch wirkenden Gel behandelte werden. Auch Schwarzteeumschläge wirken kühlend und entzündungslindernd.


Um ein Rezidiv möglichst frühzeitig zu erkennen, sollten halbjährliche Kontrollen erfolgen.

Ausblick


Im Gegensatz zu operativen, chemo- oder strahlentherapeutischen Verfahren stellt die Photodynamische Therapie nicht nur eine deutlich geringere Belastung für den Patienten da, selbst für schulmedizinisch austherapierte Patienten bedeutet eine Behandlung mit PDT eine echte Chance auf eine signifikante Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität, sowie eine Verlängerung des Lebens.


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