Akute myeloische Leukämie (AML)

Blutbild akuter myeloischer Leukämie (AML), Analyse nach Mikroskop. (Quelle: Shutterstock)

Definition

Die akute myeloische Leukämie (AML) bezeichnet eine bösartige (maligne) Erkrankung des blutbildenden Systems, unkontrollierte Vermehrung von unreifen Vorläuferzellen bestimmter Blutzellen im Knochenmark auf.

AML ist die häufigste Form akuter Leukämien bei Erwachsenen. 

AML galt früher als nahezu unheilbar, heute haben sich die Heilungschancen deutlich verbessert. Es ist mit etwa drei Neuerkrankungen im Jahr eine seltene Krebsart.

Im Durchschnitt sind die Patienten bei der Diagnose über 60 Jahre alt. AML macht etwa 80 Prozent aller akuten Leukämien bei Erwachsenen aus. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Ursachen

Die Ursachen sind wie bei allen Krebserkrankungen individuell. Als mögliche Risikofaktoren gelten ionisierende Strahlung und bestimmte chemische Substanzen.

Ursache der AML ist die bösartige Entartung einer unreifen myeloischen Zelle. Diese besteht darin, dass sich die Zelle durch Veränderungen des Erbmaterials (der Gene) unkontrolliert zu teilen beginnt. Sie vermehrt sich plötzlich schneller als andere Zellen. 

Als Risikofaktoren gelten auch der Kontakt mit Radioaktivität und einigen Medikamente. Auch Patienten mit Erkrankungen des Blutes oder Knochenmarkes (myelodysplastisches Syndrom) oder genetischen Erkrankungen (Down Syndrom) haben ein erhöhtes Risiko.

Symptome

Die Symptome der AML entwickeln sich in den meisten Fällen innerhalb weniger Wochen. Sie entstehen zum einen durch den Mangel an normalen Blutzellen und zum anderen durch den Befall von Organen mit myeloischen Blasten.

 

Patienten klagen über Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit, allgemeiner Schwäche, unklares Fieber und Unwohlsein. Oft kommt es zu einer erhöhter Infektanfälligkeit durch die Verminderung der weißen Blutkörperchen. 

 

Auch kann die Verminderung der Thrombozyten (Thrombopenie) Blutungen verursachen, ebenso unklare blaue Flecken, Nasenbluten und nach Verletzungen kann es zu ungewöhnlich langen Blutungen kommen, ebenso zu Zahnfleischblutungen.

 

Lymphknotenschwellungen treten am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Leiste auf, es kann  zu Gelenk- und Knochenschmerzen durch die Ausbreitung der Blasten in den Knochen kommen. 

Bei einer Erkrankung wird der Teil des blutbildenden Systems angegriffen, der für die Bildung von Granulozyten, Monozyten, Erythrozyten und Megakaryozyten verantwortlich ist: die Myelopoese. Das Wort akut bedeutet, dass Leukämiezellen als unreife, noch undifferenzierte Zellen vorkommen. Ein großer Anteil von Blasten ist im Knochenmark nachweisbar. 

 

Die Krankheit nimmt ihren Ursprung in den unreifen Vorstufen der roten Blutkörperchen, Blutplättchen und einem Teil der weißen Blutkörperchen. Die leukämischen Zellen breiten sich in Knochenmark und Blut aus und können auch Lymphknoten, Milz sowie weitere Organe, in seltenen Fällen auch das Zentralnervensystem infiltrieren. Unmittelbare Folge ist eine Verdrängung der normalen Blutbildung. Es entsteht ein Mangel an Erythrozyten, Blutplättchen und funktionsfähigen reifen Granulozyten.

Empfohlene Therapien

Da sich AML meist sehr plötzlich und schnell entwickelt, ist ein rascher Beginn der Therapie entscheidend. 

 

Eine Behandlung setzt sich aus unterschiedlichen Therapiepfeilern zusammen, die individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten und kombiniert werden. 

 

Verbesserungen der Heilungsquote und Abmilderung der Nebenwirkungen der Chemotherapie sind durch eine ganzheitliche Behandlung wahrscheinlich.

Eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation kann notwendig sein. 

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