Schilddrüsenkarzinom

Schilddrüsenkrebs. 3D-Illustration mit Schilddrüse und Tumor im menschlichen Körper (Quelle: Shutterstock)

Definition

Die Diagnose Schilddrüsenkarzinom bezeichnet eine bösartige Neubildung der Schilddrüse. Diese kann in jedem Alter auftreten, aber Menschen ab dem 30. Lebensjahr sind häufiger betroffen, davon Frauen doppelt so häufig als Männer. Insgesamt betrachtet ist Schilddrüsenkrebs eine eher selten vorkommende Krebsart. Die Erkrankung lässt sich in verschiedene Typisierungen unterteilen: Bei bis zu 30 Prozent der Menschen in Deutschland lassen sich gutartige Tumore in der Schilddrüse nachweisen. Dagegen erkranken an einem Schilddrüsenkarzinom im Durchschnitt  2400 Menschen pro Jahr. Und nur in einem von 1000 Fällen entwickelt sich der bösartige aus einem gutartigen Tumor. 

Die Heilungsaussichten sind bei einem rechtzeitig erkannten Schilddrüsenkrebs im Allgemeinen ausgezeichnet. 

Das sogenannte "papilläre Schilddrüsenkarzinom" ist mit 60 Prozent der Fälle das häufigste Karzinom der Schilddrüse, es streut und metastasiert über die Lymphbahnen. 

Das "follikuläre Schilddrüsenkarzinom" ist die zweithäufigste Form, es tritt in den meisten Fällen als ein einzelner Knoten in der Schilddrüse auf. Betroffen sind vor allem Patientinnen und Patienten um das 50. Lebensjahr. Follikuläre Karzinome metastasieren zu Beginn auf dem Blutweg und bilden anschließend in Lunge und in den Knochen Tochtergeschwülste. 

 

Das "medulläre Karzinom" geht nicht von den Schilddrüsenhormon produzierenden Schilddrüsenzellen (Thyreozyten), sondern von den Calcitonin produzierenden C-Zellen der Schilddrüse aus. 

Zunächst beschränkt sich der Tumor auf den Bereich der Schilddrüse. Wird er nicht erkannt und wächst, kann er die Bindegewebskapsel der Schilddrüse durchbrechen und nahegelegenes Gewebe, Lymphknoten oder andere Organe befallen. Dann können Krebszellen über Lymphgefäße und Blutbahnen auch in entferntere Organe gelangen, sich dort ansiedeln und erneut vermehren; es entstehen Metastasen. Diese treten bei einem Schilddrüsenkarzinom am häufigsten in Lunge, Leber und Knochen auf. 

Die "gutartigen Tumore", genannt "Adenome" entstehen, wenn sich das Schilddrüsengewebe in seiner Hormonproduktion nicht mehr durch andere Hormone regulieren lässt (funktionelle Autonomie). Schilddrüsenkarzinome dagegen entwickeln sich in über 95 Prozent der Fälle aus den Zellen, die die Drüsengänge auskleiden. Schilddrüsenkarzinome und auch Schilddrüsenlymphome nehmen immer innerhalb des Organs Schilddrüse ihren Ursprung, gutartige Schilddrüsentumore können zudem als Metastasen anderer bösartige Tumore entstehen, beispielsweise bei Brustkrebs, schwarzem Hautkrebs oder Lungenkrebs.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs sind nicht eindeutig geklärt. Bestimmte Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen, lassen sich benennen:

  • Patienten, die unter 20 oder über 60 Jahre alt sind und einen schnell wachsenden Schilddrüsenknoten haben.

  • Gefährdet sind Mitglieder von Familien, in denen bereits Schilddrüsenkrebs aufgetreten ist (selten)

  • Risikofaktor genetische Veranlagung: etwa 30 Prozent lassen sich auf eine spezifische Genveränderung in der Erbanlage zurückführen (vererbbar)

  • Schilddrüsenkropf, der aufgrund eines Jodmangel (follikuläres Karzinom)

  • Mit Jodmangel verbundene Erhöhung des stimulierenden Hormons der Schilddrüse (TSH) mit einem höheren Risiko einer Karzinomentwicklung verbunden

  • Risikofaktor Strahlung: Risikogruppe bilden Menschen, die als Kinder oder Jugendliche Röntgenbestrahlungen im Halsbereich ausgesetzt waren (beispielsweise bei Behandlung Hodgkin Lymphom)

Symptome

Die Symptome eines Schilddrüsenkarzinoms ähneln über einen längeren Zeitraum hinweg denen einer harmlosen Erkältung. Die Patientinnen und Patienten klagen über Schluckbeschwerden, tastbar oder sichtbar vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich, Druckgefühl im Halsbereich, Atemnot, Heiserkeit und Hustenreiz. 
 

Festgestellt werden kann ein Schilddrüsenkarzinom anhand von Laborbefunden, einer Sonographie des Halses (Ultraschalluntersuchung) und der Feinnadelbiopsie.

Empfohlene Therapien

Indikationsbezogen kommen individuell konzipierte Behandlungspläne mit größtmöglichen Therapieerfolg zum Einsatz.

Diese können enthalten: 

Schauen Sie sich

häufig gestellte Fragen an.

Lesen Sie das Buch

Neue Wege in der Krebstherapie

in der zweiten Edition

von Dr. Peter Wolf.

Wir antworten mit einem Angebot einschließlich eines Zeitplanes.