Schilddrüsenkarzinom

Die Diagnose Schilddrüsenkarzinom bezeichnet eine bösartige Neubildung der Schilddrüse. Es kann in jedem Alter auftreten, aber Menschen ab dem 30. Lebensjahr sind häufiger betroffen, davon Frauen doppelt so häufig als Männer. 

Insgesamt betrachtet ist Schilddrüsenkrebs eine eher selten vorkommende Krebsart (1 % aller Krebserkrankungen). Die Erkrankung lässt sich in verschiedene Typisierungen unterteilen: Bei bis zu 30 Prozent der Menschen in Deutschland lassen sich gutartige Tumore in der Schilddrüse nachweisen. Dagegen erkranken an einem Schilddrüsenkarzinom im Durchschnitt  2400 Menschen pro Jahr. Und nur in einem von 1000 Fällen entwickelt sich der bösartige aus einem gutartigen Tumor. 

Die Heilungsaussichten sind bei einem rechtzeitig erkannten Schilddrüsenkrebs im Allgemeinen ausgezeichnet. 

Die gutartigen Tumore, genannt Adenome entstehen, wenn sich das Schilddrüsengewebe in seiner Hormonproduktion nicht mehr durch andere Hormone regulieren lässt (funktionelle Autonomie). Schilddrüsenkarzinome dagegen entwickeln sich in über 95 Prozent der Fälle aus den Zellen, die die Drüsengänge auskleiden (Epithelzellen). 

Schilddrüsenkarzinome und auch Schilddrüsenlymphome nehmen immer innerhalb des Organs Schilddrüse ihren Ursprung, gutartige Schilddrüsentumore können zudem als Metastasen anderer bösartige Tumore entstehen, beispielsweise bei Brustkrebs, schwarzem Hautkrebs oder Lungenkrebs.

 

Papilläre, follikuläre, medulläre Karzinome

Das so genannte papilläre Schilddrüsenkarzinom ist mit 60 Prozent der Fälle das häufigste Karzinom der Schilddrüse, es streut und metastasiert über die Lymphbahnen. 

Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom ist die zweithäufigste Form des Schilddrüsenkarzinoms, es tritt in den meisten Fällen als ein einzelner Knoten in der Schilddrüse auf. Betroffen sind vor allem Patientinnen und Patienten um das 50. Lebensjahr. Follikuläre Karzinome metastasieren zu Beginn auf dem Blutweg und bilden anschließend in Lunge und in den Knochen Tochtergeschwülste. 

Das medulläre Karzinom geht nicht von den Schilddrüsenhormon produzierenden Schilddrüsenzellen (Thyreozyten), sondern von den Calcitonin produzierenden C-Zellen der Schilddrüse aus.

Zunächst beschränkt sich der Tumor auf den Bereich der Schilddrüse. Wird er nicht erkannt und wächst, kann er die Bindegewebskapsel der Schilddrüse durchbrechen und nahegelegenes Gewebe, Lymphknoten oder andere Organe befallen. Dann können Krebszellen über Lymphgefäße und Blutbahnen auch in entferntere Organe gelangen, sich dort ansiedeln und erneut vermehren; es entstehen Metastasen. Diese treten bei einem Schilddrüsenkarzinom am häufigsten in Lunge, Leber und Knochen auf. 

 

Die Symptome 

Die Symptome eines Schilddrüsenkarzinoms ähneln über einen längeren Zeitraum hinweg denen einer harmlosen Erkältung. Die Patientinnen und Patienten klagen über Schluckbeschwerden, tastbar oder sichtbar vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich, Druckgefühl im Halsbereich, Atemnot, Heiserkeit und Hustenreiz.