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Personalisierte Krebsmedizin: Einblicke vom MAP-Kongress 2026

vor 3 Tagen
3 Min. Lesezeit



Am 10. und 11. September 2026 fand in London der Molecular Analysis for Precision Oncology Congress (MAP) statt. Dr. Mohamed Ali Zayen traf dort Fachleute aus Onkologie, Diagnostik, Forschung und Molekularbiologie, um sich über neue Erkenntnisse und Verfahren der Präzisionsonkologie auszutauschen Organisiert wurde der Kongress gemeinsam von Cancer Research UK, der European Society for Medical Oncology (ESMO) und Unicancer.

Im Mittelpunkt stand eine Grundidee der modernen Krebsmedizin: Jede Krebserkrankung ist anders. Selbst Tumoren, die im gleichen Organ entstehen, können sich auf molekularer Ebene deutlich unterscheiden. Die Präzisionsonkologie untersucht die besonderen Eigenschaften eines Tumors, um Diagnostik und Behandlung möglichst genau darauf abzustimmen.

Welche neuen Möglichkeiten sich daraus ergeben, war ein zentrales Thema des Kongresses. In diesem Beitrag fassen wir die wichtigsten Punkte zusammen und erklären, was sie für Sie als Patientin oder Patient bedeuten können.


Was bedeuten diese Entwicklungen für Patientinnen und Patienten?

Eine wichtige Grundlage der Präzisionsonkologie ist die molekulare Analyse eines Tumors. Dabei wird untersucht, welche genetischen und anderen molekularen Veränderungen in den Krebszellen vorliegen.

Solche Informationen können beispielsweise dabei helfen, bestimmte Eigenschaften eines Tumors genauer zu bestimmen, mögliche Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Behandlung zu erkennen, die Wahrscheinlichkeit des Ansprechens auf die Therapie besser einzuschätzen oder den Verlauf einer Erkrankung genauer zu beobachten. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt immer von der jeweiligen Tumorerkrankung und der individuellen Situation ab.


Flüssigbiopsie: Krebs aus einer Blutprobe untersuchen

Ein besonders innovatives Forschungsgebiet ist die sogenannte Liquid Biopsy (Flüssigbiopsie). Dabei werden Bestandteile eines Tumors untersucht, die im Blut nachweisbar sind. Dazu gehört beispielsweise zirkulierende Tumor-DNA, kurz ctDNA. Während für eine klassische Gewebeuntersuchung häufig eine Biopsie notwendig ist, kann die Liquid Biopsy mit einer Blutprobe durchgeführt werden. Das macht Flüssigbiopsien für verschiedene Fragestellungen interessant – etwa für die Untersuchung molekularer Veränderungen oder für die Beobachtung, wie sich eine Erkrankung im Verlauf verändert. Allerdings gilt: Nicht jede Flüssigbiopsie eignet sich für jede Fragestellung, und viele Verfahren befinden sich noch in der Forschung.


Neue Ansätze zur Früherkennung

Auf dem MAP-Kongress wurden unter anderem neue Verfahren vorgestellt, die mithilfe einer Blutprobe Krebs bereits in frühen Stadien erkennen sollen. Ein Beispiel ist ein Ansatz des Unternehmens Volition, bei dem bestimmte, durch das Protein CTCF geschützte DNA-Fragmente aus dem Blut untersucht werden. In einer Validierungsgruppe, deren Ergebnisse das Unternehmen bereits im Frühjahr veröffentlicht hatte, wurden bei 59 Patientinnen und Patienten mit Lungen- oder Darmkrebs 55 Erkrankungen erkannt. Von 22 gesunden Vergleichspersonen wurden 21 korrekt als krebsfrei eingestuft. Das entspricht einer berichteten Sensitivität von 93 Prozent und einer Spezifität von 95 Prozent. Es handelt sich um Herstellerangaben aus einer kleinen Gruppe; größere, unabhängige Studien stehen noch aus.


Entwicklung der Präzisionsonkologie

Für Patientinnen und Patienten bedeutet die Entwicklung der Präzisionsonkologie vor allem eines: Die Medizin versucht zunehmend, nicht nur die Krebsart und das betroffene Organ zu berücksichtigen, sondern auch die individuellen biologischen Eigenschaften des Tumors.

Molekulare Untersuchungen spielen bereits heute bei vielen Krebserkrankungen eine wichtige Rolle. Sie können beispielsweise Hinweise darauf geben, ob eine bestimmte zielgerichtete Therapie infrage kommt. Ob eine molekulare Tumoranalyse oder eine Flüssigbiopsie in sinnvoll ist, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem die Tumorart, das Erkrankungsstadium, bisherige Untersuchungen und Behandlungen sowie die konkrete medizinische Fragestellung.


Wenn Sie Fragen zu molekularen Untersuchungen oder zur Flüssigbiopsie haben, sprechen Sie uns gerne an. Wir besprechen mit Ihnen, welche Möglichkeiten in Ihrer persönlichen Situation infrage kommen.


Fazit

Der MAP-Kongress 2026 hat gezeigt, wie dynamisch sich die Präzisionsonkologie weiterentwickelt. Neue molekulare Untersuchungen können dabei helfen, Tumorerkrankungen immer genauer zu charakterisieren und Behandlungen gezielter auszuwählen. Speziell die Flüssigbiopsie bietet interessante Möglichkeiten für die Zukunft. Blutbasierte Verfahren könnten beispielsweise dabei helfen, molekulare Veränderungen einfacher zu untersuchen oder den Krankheitsverlauf zu beobachten. Auch bei der Krebsfrüherkennung werden neue Ansätze erforscht.


Wir verfolgen diese Entwicklungen aufmerksam und prüfen neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten sorgfältig – mit dem Ziel, unseren Patientinnen und Patienten wissenschaftlich fundierte und individuell passende Optionen anbieten zu können.


 
 
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