Hyperthermie als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen

Hyperthermie soll Klassenleistung werden: Aktuelle Studien ergeben „Promising Anti-Cancer Strategy“

Aktuelle Meta-Studien zur Hyperthermie bei Krebs und speziell bei Gebärmutterhalskrebs als Grundlage für Forderung, Hyperthermie endlich als Kassenleistung anzuerkennen.


Bereits 2021 hatte die Saarländische Krebsliga die Gesundheitspolitik aufgefordert, die jüngste Forschung zur Hyperthermie mit Blick auf deren Anrechnung als „Kassenleistung“ zu überprüfen. Grundlage bildeten zahlreiche viel versprechende aktueller Studien zu Hyperthermie im Rahmen der Komplementärmedizin aus den USA und Korea.


Hyperthermie, so die Forscher, stelle sich als „Promising Anti-Cancer Strategy“ dar. Denn „Hyperthermie ist aufgrund ihrer Sicherheit und Kosteneffizienz eine vielversprechende Behandlungsstrategie bei Krebs.“ Die Meta-Analyse präsentiert sowohl Hyperthermie-spezifische Studien „zu krebshemmenden Wirkungen“ als auch Studien zu Kombinationstherapien. Ihre Übersicht zeige, dass die Hyperthermie ein „effective inducer of apoptosis“ sei.

Marloes IJff vom Amsterdam University Medical Center bestätigt und vertieft diese Einschätzung in seiner aktuellen Forschungsstudie „Die Rolle der Hyperthermie bei der Behandlung von lokal fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs: „Eine umfassende Übersicht.“* Hyperthermie sei, so die niederländischen Mediziner, „besonders wirksam in nährstoffarmen Bereichen des Tumors, in denen die Strahlentherapie weniger wirksam ist.“


Die Studie von Carrie Anne Minnaar aus Südafrika: „Effects of Modulated Electro-Hyperthermia on Two and Three Year Survival of Locally Advanced Cervical Cancer Patients“ bestätigt die Kosten-Nutzen-Wirkungsrealtion.** 80 Prozent des weltweiten Gebärmutterhalskrebses tritt in ärmeren Ländern auf, betonen die Wissenschaftlerinnen und kommen bei ihrer Studie zum Einsatz milder Wärmetechnologie bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs zu dem Schluss: Es sei erforderlich und möglich, Behandlungen zu verbessern, ohne dabei die Kosten zu erhöhen. Die Forscherinnen stellten eine“ signifikante Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens nach zwei und drei Jahren ohne signifikante Änderungen des Toxizitätsprofils und mit einer Verbesserung der Lebensqualität sowie einer Kosteneinsparung über drei Jahre“ fest.

Der Arzneiverordnungs-Report 2021 stellt ebenfalls die Kosten-Nutzen-Analyse onkologischer Arzneimittel in den Fokus. So stiegen die Nettokosten für Arzneimittel in der Gesetzlichen Krankenversicherung 2020 um 5 Prozent auf rund 46 Mrd. Euro. Davon entfielen auf Onkologika 9,5 Mrd. €, + 12,4 Prozent. Fazit: Es wäre zu begrüßen, wenn die Hyperthermie und andere komplementärmedizinische Behandlungen, die erfolgreich bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden und zudem die Lebensqualität der Patienten signifikant erhöhen können, in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird.

*https://www.mdpi.com/2072-6694/14/3/656/htm


**https://ijgc.bmj.com/content/ijgc/early/2022/01/19/ijgc-2021-002473.full.pdf



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