Gehirntumor (Glioblastom)

Das Glioblastom ist der häufigste bösartige hirneigene Tumor bei Erwachsenen. Das Glioblastom weist feingewebliche Ähnlichkeiten mit den Gliazellen des Gehirns auf. Das Glioblastom geht von der weißen Substanz aus. Seine mit Abstand häufigste Lokalisation ist das Großhirn, wo es in allen Hirnlappen entstehen kann, aber den Frontal- und den Temporallappen bevorzugt.

An einem Glioblastom erkranken in Deutschland jährlich acht bis zehn Personen von 100.000. Darunter vor allem Kinder bis zum zehnten und Erwachsene vom 60. bis 75. Lebensjahr. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Wegen des rasanten Wachstums entwickeln sich die Beschwerden meist rasch innerhalb weniger Wochen bis Monate. Erste Symptome können anhaltende und ungewohnte Kopfschmerzen, aber auch neu auftretende epileptische Anfälle sein. Neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Aphasien (Sprachstörungen) und Sehstörungen können je nach Lage des Tumors hinzukommen. Schließlich sind es oft auffällige Persönlichkeitsveränderungen, Apathie oder psychomotorische Verlangsamung, die den Patienten zum Arzt führen.

Glioblastome sehen in verschiedenen Stadien unterschiedlich aus und sind deshalb auch nicht immer einfach zu diagnostizieren. Strichförmige Nekrosen (tote Zellen) sind z. B. ein Indiz dafür, dass es sich um ein Glioblastom handelt. Glioblastome können völlig neu oder durch fortschreitende Entdifferenzierung (Entartung) aus weniger bösartigen Astrozytomen entstehen. Daher kommt es nicht selten vor, dass therapierte Astrozytome sich im Rezidiv als Glioblastom manifestieren. Es gibt keine Hinweise auf eine Erblichkeit.

Neben den neurologischen Untersuchungen, vor allem wegen der vielen Differenzialdiagnosen, kommen zur Diagnostik vor allem bildgebende Verfahren zum Einsatz: Elektroencephalogramm (EEG), Evozierte Potenziale (akustisch evozierte Potenziale AEP, visuell evozierte Potenziale VEP, sensorisch evozierte Potenziale SEP), Computertomogramm (CT), Blutuntersuchungen

(z. B. Tumormarker), Magnetresonanztomographie (MRT), Angiographie, Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Biopsien.