Artemisinin Infusion

Studien belegen, dass der Wirkstoff Artemisinin bei einer Reihe von Krebsarten äußerst wirksam für den Zelltod von Tumorzellen eingesetzt werden kann. Die Wirksubstanz Artemisin wird aus einer bestimmten Gattung der Heilpflanze Beifuss gewonnen, die dann zum Medikament Artesunat weiterverarbeitet wird. Bei seiner Wirkung spielen bestimmte Zellorganellen, die so genannten Lysosomen, und das darin enthaltene lysosomale Eisen eine zentrale Rolle. Lysosomen sind normalerweise verantwortlich für den Abbau von verschiedenen zellulären Bestandteilen, die die Zelle nicht mehr benötigt.

 

Das Eisen reagiert in den Lysosomen mit Artesunat. Dabei entstehen unter anderem freie Sauerstoffradikale. Die Radikale sind extrem reaktiv und oxidieren bestimmte Bestandteile der Lysosomen. Diese Veränderungen lösen eine Signalkaskade aus, die bewirkt, dass in den Mitochondrien der programmierte Zelltod in Gang gesetzt wird.

 

Artesunat kann den Vorgang der Autophagie blockieren: Der Prozess der Autophagie (Abbau von zelleigenen Bestandteilen) unterstützt das Überleben von Krebszellen, indem er ihnen ermöglicht, nicht mehr benötigte Zellbestandteile in die Lysosomen einzuschleusen und dort zu recyclen. Artesunat kann Krebszellen zudem daran hindern, sich weiter zu vermehren.

 

Neben seiner hohen Effektivität hat Artesiminin viele Vorteile: Es ist selektiv; es wirkt auf Krebszellen toxisch, doch auf normale Zellen hat es fast keinen Effekt. Auch Krebszellen, die gegenüber Zytostatika resistent sind, reagieren, bzw. werden abgetötet.

 

Im Hyperthermie Zentrum Hannover werden Artemisinin-Infusionen ergänzend zur biologischen Krebstherapie empfohlen. Dabei werden dem Patienten drei bis sechs Milligramm Artemisinin pro Kilogramm Körpergewicht über eine Infusion zugeführt. Die Behandlung ist eingebettet in ein auf den jeweiligen Patienten individuell zugeschnittenes Therapiekonzept.

 

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