Myelodysplastisches Syndrom

Bei dem myelodysplastischen Syndrom handelt es sich um einen Überbegriff von verschiedenen Knochenmarkerkrankungen, die vorwiegend bei Patienten im zweiten Lebensabschnitt auftreten. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um Symptome, die nicht in andere Krebsarten wie Leukämie »passen« und unter diesem Begriff zusammengefasst werden.

In dieser Gruppe von Erkrankungen des Knochenmarks geht die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von genetisch veränderten Ursprungszellen (Stammzellen) aus. Der Körper von Patienten, die an myelodysplastischen Syndromen (MDS) leiden, ist nicht mehr in der Lage, aus diesen Stammzellen vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. Das myelodysplastische Syndrom ist außerdem eine »Nebenwirkung« mehrerer Medikamente wie z. B. Zytostatika.

In fortgeschrittenen Stadien dieser Erkrankungen werden immer mehr unreife Blutzellen produziert. Der Blutbildungsprozess ist also nachhaltig gestört und kann bei manchen Patienten zu einem späteren Zeitpunkt auch zu einer akuten myeloischen Leukämie (AML) führen. Die Patienten verlieren allmählich immer mehr an Kraft.

Der Hb-Wert und der Hämatokrit, also der Messwert für die Verteilung der festen und flüssigen Bestandteile, gehen dramatisch zurück. Man versucht, dies entweder durch meist wöchentliche oder vierzehntägliche Bluttransfusionen oder durch einmal wöchentliches Spritzen von Erythropoetin aufzuhalten.

Gleichzeitig geht auch die Zahl der Thrombozyten, die für die Blutgerinnung mitverantwortlich sind, und die Zahl der Leukozyten, der für die Immunabwehr zuständigen weißen Blutkörperchen, deutlich zurück.

Die Symptome

Im Krankheitsverlauf kommt es immer häufiger zu plötzlichen Blutungen im Zahnfleischbereich, in der Nase und − besonders gefährlich − im Magen und im Darm.

Eine endgültige Diagnose kann nur durch das Mikroskop geschehen. Hierbei werden Ausstriche des Knochenmarks oder Stanzbiopsien benötigt. Zwar findet man im Blut oftmals eine Verminderung von Blutzellen, doch viele Patienten haben überhaupt keine Symptome.

Im Krankheitsverlauf entstehen am ganzen Körper, vom Gesichtsbereich bis zu den Füßen, Hämatome. Weiterhin sind Betroffene extrem anfällig für Infektionen aller Art und müssen Menschenansammlungen unbedingt meiden.