Analkarzinom

Fokale restliche Rektaldrüsen sind in der Mitte der Mikrofotografie zu sehen. (Quelle: Shutterstock)

Definition

Das Analkarzinom ist eine bösartige Erkrankung im Bereich der äußeren Enddarmöffnung (Analrand) oder des Analkanals.

Für die Betroffenen gibt es keine typischen, eindeutigen Beschwerden, die es dem Patienten möglich machen, zwischen einer gutartigen aber lästigen Erkrankung wie Hämorrhoiden und einem Analkarzinom zu unterscheiden.

Eine Diagnose kann ausschließlich durch Gewebsproben gestellt werden. Der Grad ihrer Bösartigkeit ist abhängig von Lokalisation, Größe, Tiefenausdehnung und feingeweblicher Zusammensetzung. So weisen die Karzinome des Analrandes, die den Hauttumoren zugerechnet werden, eine bessere Heilungschance auf, nicht zuletzt, weil sie zumeist im Frühstadium erkannt werden.

Das Karzinom des Analkanals dagegen wird häufig erst spät diagnostiziert. 

Analkarzinome des unteren Analkanals und des Analrandes treten bei Männern ca. drei- bis viermal so oft auf wie bei Frauen, während Analkarzinome des oberen Analkanals häufiger bei Frauen zu finden sind. Analkanalkarzinome treten überwiegend ab dem 60. Lebensjahr auf. 

Ursachen

Verschiedene Faktoren spielen bei der Entwicklung eines Analkarzinoms eine Rolle; so z. B. entsteht es aus Krebsvorstufen (sogenannten Präkanzerosen), die mitunter, als Ekzem fehlgedeutet, über viele Jahre hinweg bestehen.

Die Karzinomentwicklung kann bei einer Abwehrschwäche durch bestimmte Virustypen begünstigt werden.

Ebenso können anale Warzen in ein Analkarzinom übergehen. Risikofaktoren sind Immunschwäche (z.B. AIDS), passiver Analverkehr und Rauchen.

Symptome

Hinweise auf ein Analkarzinom können Blutabgang aus dem After und knotige Verhärtungen am und im After sein.

Krampfartige Schmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und unwillkürlicher Stuhlabgang lassen ein fortgeschrittenes Stadium des Analkarzinoms vermuten, ebenso wie vergrößerte derbe Leistenlymphknoten.

Inspektion und Austastung der äußeren und inneren Analregion mit dem Finger führen zur Diagnose, die durch eine Gewebsprobe gesichert wird.

Bei Tumoren im Analkanal ist auch eine instrumentelle Untersuchung erforderlich.

Empfohlene Therapien

Bei kleineren, d.h. eher oberflächlich gelegenen, Tumoren vor allem des Analrandes und des unteren Analkanals steht die operative Behandlung im Vordergrund.

Bei größerer Tiefenausdehnung und/oder Lokalisation der Tumore im oberen Analkanal erfolgt eine Kombinationsbehandlung aus Bestrahlung und Chemotherapie.

Leider infiltrieren Analkarzinome sehr früh in die Muskulatur des Schließmuskels, so dass eine Operation mit Erhaltung desselbigen meistens nicht möglich ist.

Eine ganzheitliche, begleitende Therapie verbessert die Heilungschancen und mildert die Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie. 

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