Lokoregionale Hyperthermie
Bei der lokoregionalen Tiefenhyperthermie wird der Körper örtlich begrenzt überwärmt. Die Erhitzung konzentriert sich dabei nur auf das betroffene Organ oder Gewebe. Dadurch wird der Organismus weniger belastet als bei der Ganzkörper-Hyperthermie, da das gesunde Gewebe nicht strapaziert wird.
Zunächst wird die vom Tumor betroffene Körperregion durch zwei Applikatoren fixiert. Computergesteuert werden dann Kurz- oder Mikrowellen im Tumor, bzw. im Tumorbett gebündelt, und es erfolgt eine Erwärmung auf 42 Grad Celsius bis max. 44 Grad Celsius. Die Temperatur wird für ca. 60-90 Min. im Tumorgewebe aufrecht erhalten. Die Erhitzung des tumorösen Gewebes bis auf 44 Grad Celsius beeinflusst auch angrenzendes gesundes Gewebe. Doch dieses kann die Wärme leicht abführen, in dem es die Durchblutung steigert, eine Fähigkeit, die das Tumorgewebe aufgrund seiner primitiven Blutversorgung nicht besitzt. Im Gegenteil: die gestörte Blutversorgung im Tumorgewebe führt zu einer unzureichenden Wärmeregulation und zu einem Hitzestau, wodurch es zu einer Unterversorgung der Tumorzellen mit Sauerstoff und zur Nährstoffverarmung im Tumor kommt.
Wir haben die lokoregionale Tiefenhyperthermie bisher bei Bauchfellmetastasen, Rezidiven im Bereich der verschiedenen Organe, insbesondere der weiblichen Brust, bei Hirntumoren, Tumoren im HNO-Bereich, der Prostata und bei inoperablen Tumoren angewandt.