Galvanotherapie oder Elektrochemische Tumortherapie (BET/ECT)
Bei dieser Form der ganzheitlichen Krebsbehandlung werden die Tumorzellen nicht operativ, sondern nicht-invasiv mittels Gleichstrom abgetötet.
Die BET/ECT ist eine ausgesprochen schonende Behandlung mit keinerlei Nebenwirkungen.
Der Tumor wird bei der Behandlung mit flachen Elektroden belegt, durch welche lokal begrenzt Gleichstrom fließt, der das Tumorgewebe unter Strom setzt. Damit wird die höhere Leitfähigkeit der Tumorzellen ausgenutzt. Der durchfließende Gleichstrom verändert den pH-Wert der Zellen, ihre Membranen werden zerstört. Der Tumor stirbt ab. Sitzt der Krebstumor, wie bei Hautkrebs, an der Oberfläche, wird er vom Körper abgestoßen. Im Inneren des Körpers sorgen körpereigene Fresszellen für den Abtransport der abgestorbenen Zellen. Das Gute an dieser Form der Behandlung ist, dass die zellzerstörenden Effekte ausschließlich im Tumorgewebe wirken. Betroffene Organe, sowie das angrenzende Gewebe, werden nicht verletzt. Eine positive Nebenwirkung dieser Krebstherapie ist die Aktivierung des Immunsystems, da bei der Prozedur Tumorantigene freigesetzt werden. Diese Antigene locken weitere Immunzellen an, die den Abbau der Krebszellen weiter beschleunigen.
Die Therapie wird bei uns im Hyperthermiezentrum Hannover ambulant durchgeführt und dauert zwischen 1 und 3 Stunden. Unsere Patienten werden während der gesamten Behandlungszeit ständig von unserem geschulten Team überwacht, der Therapieverlauf erfolgt computergesteuert. Schmerzen verspürt der Patient nicht, nur ein leichtes Kribbeln ist in Einzelfällen festzustellen. Nebenwirkungen sind bis jetzt keine festgestellt worden. Nach der Behandlung kann der Patient eigenständig nach Hause gehen.
ACHTUNG: Um die BET/ECT erfolgreich einsetzen zu können, muss der behandelnde Arzt mit den grundlegenden elektrischen Zusammenhängen vertraut sein, die im Körper stattfinden und eine entsprechende Schulung haben. Nur dann kann er erkennen, ob eine Behandlung erfolgreich ist und durchgeführt werden kann.
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Die Grundlagen der BET/ECT
Stark vereinfacht ausgedrückt, funktioniert die Tumorbekämpfung per elektrischem Strom folgendermaßen: legt man an einen Tumor mittels zweier Elektoden einen Strom an, so fließt dieser (nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes) eher durch die Tumorzellen, als durch das gesunde Gewebe. So wandern positiv geladene Ionen H+ und Na+ zur Kathode, und negativ geladene Ionen, wie Cl- zur Anode. Durch diese Depolarisation entsteht innerhalb der Krebszelle Salzsäure, welche die Zellmembran zerstört. Werden Stromstäke und -Spannung entsprechend hoch gewählt, so ergeben sich dadurch in den betroffenen Zellen ph-Werte, die weit außerhalb des phyiologischen Bereiches liegen.
Geschichte der BET/ECT
In der heutigen alternativen Krebstherapie findet eine Methode Verwendung, die bereits im 18. Jahrhundert von dem italienischen Biophysiker Luigi Galvani (1737 – 1798) entdeckt wurde. Galvani war in seiner Zeit ein bekannter Arzt und Anatom, der einen Zusammenhang zwischen Muskelbewegungen und Strom entdeckt hat und schwachen Strom zur Behandlung unterschiedlicher Krankheiten anwandte. Diese nach Galvano benannte Therapie wurde in den folgenden Jahrhunderten weiter perfektioniert. Sie findet in der Orthopädie und Neurologie breite Anwendung bei der Behandlung von Gelenkentzündungen und Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparats. In der Krebsbehandlung dagegen ist die Anwendung des galvanischen Stromes relativ neu und geht auf Forschungsarbeiten der Mediziner Rudolf Pekar und Björn Nordenström zurück. Nordenström war es schließlich, der die von ihm als Elektro-Chemo-Therapie (BET/ECT) benannte Behandlungsform 1988 nach China einführte. Dort wird die effektive und kostengünstige Therapie mittlerweile in über 108 Kliniken durchgeführt. Aber auch in Deutschland, Österreich, Dänemark, USA, Italien und China wird die Therapiemethode mit Erfolg angewendet.
Was ist behandelbar?
Besonders gut geeignet ist die BET/ECT für oberflächliche oder tiefergelegene, mit einer Nadelelektrode zu erreichende Tumorarten, die nicht operabel sind.
Dazu gehören:
- Mammakarzinome
- Hautkarzinome (Basaliome, Spinaliome, Melanome..)
- Hautmetastasen
- Weichteiltumore
- Organmetastasen
Nicht behandelt werden können
- Tumore und Metastasen an kritischen Körperteilen wie: Herz, Hirn, Auge, Knochen, Wirbel, Niere, Harnleiter- blase, Gebärmutter
- Leukämie, Morbus-Hodgkin
- Aktive Autoimmunkrankheiten, schwere, Herz-, Nierenkrankheit
- Schwangere sowie stillende Frauen, Kleinkinder
Bei Patienten mit Herzschrittmacher ist ein Herzspezialist zu kontaktieren!