Fiebertherapie
Die Fiebertherapie ist nicht mit der Hyperthermie zu verwechseln. Während bei der Hyperthermie die Wärme von außen zugeführt wird, wird die Fiebertherapie durch körpereigene Reaktionen ausgelöst. Sie gilt daher als aktive Form der Hyperthermie.
In unserem Hyperthermie-Zentrum arbeiten wir mit den Polytoxinen Streptokokkus pyogenus und Serration macecens, in einer auf den Patienten individuell abgestimmten Dosis. Dadurch erzeugen wir Temperaturen von 39 bis 40,5 Grad Celsius.
Die Fiebertherapie nimmt bedingt durch die Aktivierung des Immunsystems bezüglich der so genannten Escape-Phänomene einen wichtigen Platz ein.
Von Escape-Phänomenen spricht man, wenn es Zellen gelingt, sich zu verstecken, unsichtbar zu machen oder Botenstoffe auszusenden, die das Immunsystem des Menschen unterdrücken. Gegen diese Escape-Phänomene kann die herkömmliche Medizin mit Strahlen- und Chemotherapie nicht sehr viel ausrichten. Die körpereigenen entarteten Zellen haben es nämlich geschafft, im Laufe der Behandlung auch gegen Strahlen- und Chemotherapie Abwehrmechanismen zu entwickeln. Das heißt, der Tumor wird als solcher nicht vom Immunsystem erkannt und wächst ohne Hemmungen gewissermaßen munter vor sich hin.
Um dieses versteckte Wachstum zu verhindern, wird in unserer Praxis ein differenziertes Immunmonitoring durchgeführt, um Escape-Phänomene rechtzeitig zu erkennen. Die aktive Fiebertherapie hat sich hierbei als sehr wirksam erwiesen. Diese verändert durch die hervorgerufenen Fieberstöße die Oberfläche der Krebszellen. Dadurch werden zahlreiche Botenstoffe aktiviert, die wiederum das Immunsystem anregen, die Krebszellen zu erkennen und zu vernichten. Ein weiteres Phänomen der Fiebertherapie ist es, dass Krebszellen dazu bewegt werden können, wieder gesunde Zellen zu werden und sich dem Bauplan des Körpers zu unterwerfen.